26.09.2017

Erntedankfest und Herbstmarkt

Waldarbeit als Thema des diesjährigen Erntezuges

Auf fast 15 geschmückten Wägen und Fußgruppen erlebten die zahlreichen Besucher des Herbstmarktes einen spannenden Einblick in die bäuerliche Arbeitswelt der vergangenen Jahrzehnte. Die Rosserer mit ihrem Vorsitzenden Erich Roth hatten sich dieses Jahr die Waldarbeit als Thema ausgesucht. So wurden auf den Wagen der Pferdegespanne die Holzwerkzeuge bearbeitet und Brennholz geschnitten. Kräftige Kaltblüter stellten zogen die Stämme. Wie auch die einfache Bevölkerung sich ihr Brennmaterial aus dem Wald holte, zeigten die Hüttenfreunde Kleinmisselberg, die mit Körben und Kraxen das Kleinholz sammelten und nach Hause holten. „Ein Windbruch wie der letzte mit mehreren Millionen Festmetern Holz hätte so wohl nur über viele Jahre und mit zahlreichen Holzhauern aus ganz Europa aufgearbeitet werden können“, zog Moderator John Pretzer den Vergleich zu dem Maschineneinsatz in der modernen Waldwirtschaft.

Angeführt wurde der Erntezug von der Marktkapelle Schönberg und dem Heimat- und Volkstrachtenverein unter der Leitung des Vorsitzenden Georg Pichler. Zwei große Kaltblüter warn eingespannt, um den schweren Erntewagen zu ziehen, den der Heimat-und Volkstrachtenverein mit zahlreichen Früchten beladen und mit bunten Blumen dekoriert hatte.

Begonnen hatte das Fest bereits am Vormittag mit der Weihe der Erntekrone und dem festlichen Erntedank-Gottesdienst mit Pfarrvikar Anthony. Im Anschluss daran spielte die Trachtlermusi zum gemütlichen Frühschoppen auf, wozu sich allerdings nur wenige Besucher einen Platz unter den Zelten des Obst- und Gartenbauvereins am Unteren Markt sowie des Trachtenvereins am Oberen Markt suchten.

Als sich aber nachmittags nach dem Zug auch noch die Sonne zeigte, waren Schönbergs Marktplätze gut gefüllt und die Helfer an den Ständen hatten alle Hände voll zu tun. Wer sich nicht Speis und Trank schmecken ließ, konnte erleben wie Kraut gestampft, Holz bearbeitet und Schnupftabak gerieben wurde. Auf großes Interesse stießen auch wieder die Dreschvorführungen mit einem alten Dreschwagen, den die Oldtimerfreunde aus Grafenau organisiert hatten. Während die jüngere Generation staunend erlebte, wie viel Arbeit dahinter steckte, das Getreide fachmännisch in den Dreschwagen zu schieben und das Stroh abzutransportieren, erinnerten sich viele ältere Besucher noch selbst an die harte Arbeit. Noch einen Schritt in die Vergangenheit machten Rosa und Hans Simmet sowie Hans Pletl und Stefan Wiederer, die auf der Bühne das Stroh mit Dreschschlegeln bearbeiteten und so das Stroh vom Korn trennten. Auch Pfarrvikar Anthony und Bürgermeister Martin Picher bewiesen Taktgefühl und Kraft, als sie selbst zum Dreschschlegel griffen. Dazwischen erfreute die Kinder- und Jugendtanzgruppe des Trachtenvereins mit ihren Tänzen.

Noch einmal laut wurde es gegen Ende des Nachmittages, als die Bulldogfreunde aus Grafenau mit ihren alten Schätzen der Landwirtschaftstechnik über den Marktplatz polterten. Und so blickten die Veranstalter, die Wirtschaftsgemeinschaft, der Heimat- und Volkstrachtenverein und der Rosserer-Stammtisch nach einem feuchten Start noch auf ein schönes und erfolgreiches Erntedankfest zurück.